g e s c h i c h t e
 
rstmalig wurde Lagow (Logau) im Jahre 1299 erwähnt, als die Brandenburger Markgrafen Otto und Heinrich das castrum Lagowe dem Ritter Albrecht von Klepitz übereigneten. Die Feste lag ca. 500 m nordwestlich der Burg auf dem Falkenberg.
Mitte des 14. Jh. ging Lagow in den Besitz des Johanniterordens über, der nach kurzer Zeit mit dem Bau einer Burg begann, die auf einem Moränenhügel zwischen dem Trzesniowski-See im Norden und dem Lagowski-See im Süden auf einer schmalen Landenge angelegt wurde. Am Fuße der Burg entstand eine Handwerkersiedlung von Bediensteten, die mit Wehrmauern und zwei Toren gesichert wurde. Am Ende des 14. Jh. wurde auf der Burg eine Johanniterkomturei eingerichtet.
Der Zugang zur Burg führte am Berghang entlang zu dem an der Ostseite der Wehrmauern gelegenen Tor. Gegenüber der Einfahrt stand ein Wohnhaus, das den Burghof nach Westen abschloss. Im nördlichen Teil der Burg befand sich eine Kapelle, im südlichen Teil, im Erdgeschoss das Refektorium mit einem auf zwei Pfeilern ruhenden dreiarmigen Rippengewölbe. Es gilt als gesichert, dass das Gebäude ursprünglich eine Höhe von 13 m hatte, darauf verweist das Niveau des Ganges, der den Turm mit den Wachgängen verbindet. In der Südostecke, links vom Eingang, wurde auf einem quadratischen Grundriss ein Turm mit einer Höhe von etwa 20 m errichtet, ab einer Höhe von 17 m verläuft er zylindrisch. Im unteren Geschoss befand sich das Gefängnis, darüber der mit Schießscharten versehene Raum für die Wachmannschaft - im zylindrischen oberen Teil ein Raum mit zwei Schießscharten und einem Erker. Das oberste mit Zinnen abgeschlossene Stockwerk stellte die Brücke für die Wachmannschaft dar. Der in östlicher Richtung über die Mauerlinie hinaus gezogene Turm war eine wirkungsvolle Verteidigung des Zugangs zur Burg, er hatte dadurch eine dreifache Funktion: als Wachturm, Gefängnis und Verteidigungsanlage für das Burgtor.
An seinem Fuße wurde der Burghügel im 15. Jh. nachweislich mit Wehrmauern und kleinen, halbrunden Basteien, die in der Mitte der nördlichen und westlichen Seite angelegt wurden, umfasst. In den Mauern befanden sich auf vorgeschobenen Gängen unregelmäßig eingelassene Schießscharten. Die dritte Verteidigungslinie waren die Stadtmauern, die den Abschnitt der Lagow-Enge zu zwei Seiten hin abriegelten. Der Wehrcharakter der Burg wurde durch spätere Erweiterungen weitestgehend verwischt. In der Folgezeit wurde das Gelände der Burg bebaut, so dass ein Innenhof entstand. In dem gedeckten gemauerten "Hals" mit einer Länge von 22 m wurden Treppen angelegt, die zum Fuße des Hügels auf das Niveau des Burghofs führten. Der Turm wurde aufgestockt und mit neuen Zinnen versehen.Nach der Auflösung des Ordens im Jahre 1812 ging Lagow in privaten Besitz über. Die Stadttore: das Polnische Tor (gemauert) aus dem 15. Jh. und das Marktor (Riegelkonstruktion) aus dem 16. Jh. überdauerten in ihrer ursprünglichen Gestalt, lediglich ihre Schießöffnungen wurden im 19. Jh. zu Fenstern umgestaltet. Während des 2. Weltkriegs wurde die Burg nicht zerstört und ist gegenwärtig Hotel- und Gastronomieobjekt.